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Vorsatz

… für manche ein Urteilsspruch für andere ein Hoffnungsschimmer. Gerade haben wir noch um den Weihnachtsbaum gehockt, Sekunden später ist der halbe Januar schon Geschichte. Es geht eben einfach weiter … Sonnenaufgang … Sonnenuntergang… Weckerklingeln.

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Weihnachtsbaum im Sonnenaufgang
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Sonnenaufgang überm Teich
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Gewächshaus im Sonnenuntergang

Trotzdem haben viele von uns die Hoffnung, dass ein neues Jahr auch neues Glück bringt und man vielleicht den einen oder anderen Zopf an Silvester abschneiden und hinter sich lassen kann. 2025 war für uns Ackerleier in vielerlei Hinsicht hart, oft zermürbend und kräftezehrend, wie einige sicherlich zwischen den Zeilen unserer etwas anderen als gewohnten Weihnachtskarte gelesen haben. Manche haben nachgefragt und das hat uns sehr berührt, denn es hat uns gezeigt, dass wir eine Community im Rücken haben, die sich verbunden fühlt mit uns. Schnief. Vielen Dank auch an dieser Stelle für die vielen guten Wünsche zu Weihnachten und fürs neue Jahr! 

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Philipp Meisterbriefübergabe
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Ackerlei und Hofgut Patershausen
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Fundament neue Halle

Ja, wir blicken am Ende dann doch sehr, sehr dankbar auf dieses vergangene Jahr, denn Philipp Zell hat seine Meisterprüfung bestanden, das Projekt „Hofgut Patershausen“ konnte an den Start gehen, unsere neue Halle hat zumindest mal ihr Fundament bekommen und die Finanzierung ist geklärt, unsere Wochenmärkte können weiter beschickt werden durch den Gemüsehof in Steinfurt und unser Lieferservice sortiert sich gerade nach einem Leitungswechsel. Soweit die Kurzform. In vielen Bereichen war unglaublich viel Bewegung - und das alles in einem Jahr! Jedoch ist dadurch auch viel Klarheit entstanden und die Hoffnung, dass es nun stellenweise anders, aber zukunftsfähiger weitergehen kann. Unser Vorsatz für 2026 ist daher: Slow down! Und mutig weiter, Schritt für Schritt.

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Schnee auf der alten Pflanzmaschine
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zugeschneite Vogeltränke
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Schneespaziergang mit Emmi

Das passt jedenfalls zum gärtnerischen Rhythmus und Plan zum Jahresbeginn, der vorsieht, dass alles etwas ruhiger von statten geht und Anbaupläne geschmiedet werden für das ganze Jahr was die Pflanzungen und Aussaaten unserer Gemüsekulturen betrifft. Damit einher gehen Beratungsgespräche mit Saatgutfirmen und Jungpflanzen-Erzeugern, Absprachen mit regionalen Kollegen und Kunden. Es wird also mords viel gebabbelt, der Kaffeeverbrauch berechtigt zu einer eigenen Plantage und manchmal steigt überm Büro Rauch auf. Auch weil wir versuchen alle landwirtschaftlichen Pläne und Taten in einer Software zu erfassen, die auch erstmal „gefüttert“ und verstanden werden will, denn die Summe unserer Aktivitäten an zwei Standorten passt einfach nicht mehr in einen Kopf. Anbau- und Arbeitsplanung, Zeiterfassung, Mitarbeiter- und Maschineneinsatz, Abrechnungen und vieles mehr soll damit einfacher werden, was ebenfalls ein Fall für die Hoffnung ist. 

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schlammiger Teleskoplader
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ausgebaggerter Graben
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frische Krebbel

Von Woche zu Woche trudeln unsere Mitarbeiter wieder ein, die über Weihnachten fast alle in ihre Heimatländer gefahren sind. Denn es geht nun bald auch mit den handgreiflichen Vorbereitungen los für die neue Saison: Maschinen müssen auf Vordermann gebracht werden, manches braucht eine Renovierung, Restaurierung oder schlicht ne Hochdruckreinigung, das Gewächshaus will vorbereitet werden für die ersten Tomaten- und Gurkenpflanzen, einige Folientunnel bekommen einen neuen Standort, Gräben werden mit dem Bagger ausgeputzt, Krebbel-Testlauf für die anstehende Saison… so ist immer Bewegung drin und es kommt nie Langeweile auf. Und wenn das mal ansatzweise der Fall sein sollte, kommt mit Sicherheit jemand mit ´ner neuen Vision ums Eck! Meine Vision von 2026 ist übrigens vorsätzlich mit mehr Entspannungsmomenten ausgestattet … #schaumerma

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Feldsalat ernten im Gewächshaus
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Suppengemüse
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Lauch ernten im Matsch und Nebel
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Postelein auf dem Acker

Unsere Lager sind noch gut gefüllt mit Kartoffeln, Wurzelgemüsen und etwas Kohl. Davon wird immer das aufbereitet, was gerade benötigt wird. Suppengemüse ist ebenfalls hoch im Kurs bei diesem Suppenwetter da draußen. Im Gewächshaus schneiden wir aktuell Feldsalat und im Tunnel oder im Freiland Postelein. Wenn´s nicht gerade dauerfrostig ist, müssen auch immer welche raus, um Lauch, Wirsing und Grünkohl vom Acker zu holen. Was wirklich keine Spaßveranstaltung ist bei dem Matsch in diesen Tagen und den Archäologen irgendwann rätselhafte Gummistiefelfunde in der Gemarkung Oberissigheim beschert.

So langsam aber sicher wird die Toleranz was Regionalität betrifft wieder etwas weiter, denn einiges Gemüse ist aufgegessen und wird nun von Kollegen jenseits der deutschen Grenze geliefert, wie z.B. der Spitzkohl, Kohlrabi, Mangold, Spinat und Blattsalate. Man wird aber auch noch problemlos satt, wenn man mal ´ne Weile auf diese Zutaten verzichtet. Flower Sprouts und Rosenkohl, Postelein, Zuckerhut und Feldsalat sind prima regionale Alternativen. 

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Ladendeko Shots
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Ladendeko Shots
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Ladendeko Shots

Obst von hier ist leider auf Äpfel und Birnen dezimiert. Die europäische Obstpalette ist sehr von Orangetönen dominiert. Schlägt man die Bedeutung dieser Farben mal nach wird schnell klar, dass das das Beste ist, was uns im Winter und erst recht zum Jahreswechsel passieren kann: Orange symbolisiert Wärme, Energie, Licht und Lebensfreude, steht für Wandel und den Kreislauf des Lebens, Festlichkeit und Optimismus! Wow! Im Hofladen in Oberissigheim probieren wir da gerade wilde Kombinationen aus in verschiedenen Shots mit Ingwer und Kurkuma. Die haben´s in sich, geben bösen Viren keine Chance und die Farben allein sind schon der Hammer und die Sauerei in der Küche wert😊.

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Hessische Weidemilch
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Beweidung begünstigt Artenvielfalt

Fotos: Uppländer Bauernmolkerei

Farblich deutlich dezenter, jedoch inhaltlich auch nicht zu verachten, ist die neue Milch in unserem Kühlregal. Die Upländer Bauernmolkerei ist in der glücklichen Lage eine rein-hessische Milch abfüllen zu können! Daher gibt es bei uns nun die Bio-Weidemilch mit dem „Bio aus Hessen“-Siegel. Weidehaltung steht nicht nur für Tierwohl, sondern trägt auch zur Biodiversität bei, weil Grünland eine große Bandbreite an Lebensräumen für allerhand Tier- und Pflanzenarten bietet. Win-Win-Win also für Tier, Mensch und Natur in unserem schönen Hessen! Hessische Weidemilch im Onlineshop

Landwirtschaftliche Zukunft braucht nicht nur bei uns im Betrieb Veränderung, auch auf der politischen Ebene stehen Entscheidungen an, die alles verändern können. In die Kategorie „strafrechtlicher Vorsatz“ fällt für uns, was bei der EU-Kommission zur Entscheidung auf dem Tisch liegt und wozu sich gerade die Meldungen überschlagen. Die landwirtschaftspolitischen Unwörter des Jahres sind wohl EU-MERCOSUR-Abkommen und Deregulierung des EU-Gentechnikrechts. Wenn es ja bei Worten bliebe, aber was die EU-Kommission da plant, ist wirklich unfassbar trauriger Ernst und gefährdet die Existenz der bäuerlichen Landwirtschaft und der Qualitäts-Lebensmittelerzeugung in ganz Europa. Wer erklärt´s unseren Enkeln?

„Im Ausschuss der Ständigen Vertreter der EU-Mitgliedstaaten ist am 19. Dezember eine knappe Mehrheit für eine Deregulierung Neuer Gentechnik (NGT) zustande gekommen. Und dies, obwohl sich Deutschland enthielt und acht weitere Länder dem Vorschlag der dänischen Ratspräsidentschaft nicht zugestimmt haben. Demnach müssen Lebensmittel, die mithilfe Neuer Gentechnik hergestellt wurden, künftig nicht gekennzeichnet werden. Damit sind Transparenz und Rückverfolgbarkeit unmöglich. Es drohen Patente auf landwirtschaftliche Kulturen, Wildpflanzen und Bäume…. Gemäß dem Vorschlag würde der allergrößte Teil der zu erwartenden neuen Gentechnik-Pflanzen, also 94 Prozent, nicht mehr nach dem bestehenden Gentechnikgesetz geregelt, sondern dereguliert: also ohne Risikoprüfung und Zulassung, ohne Kennzeichnung, Nachweispflicht und Rückholbarkeit. Ohne Schutzmöglichkeiten vor Kontaminationen und ohne Haftungsregelungen können Gentechnik-Pflanzen freigesetzt werden und damit unser Saatgut, unsere Ernten, unsere Lebensmittel und Umwelt verunreinigen.“ Soweit mal zusammengefasst worum es geht aus einem Pressebericht von Bioland.

Wir können nur immer wieder aufmerksam machen und euch bitten, euch zu informieren und unser (aller) Anliegen mit einer Unterschrift bei z.B. Bioland oder der AbL zu unterstützen. Von Herzen „Danke!“

Petition: Neue Gentechnik: Wahlfreiheit sichern – Risiken vermeiden!

Sammelbrief an das EU Parlament unterschreiben

Zugegeben, es ist nicht so leicht hoffnungsfroh „Aktuelles vom Acker“ zu verfassen, wenn man authentisch bleiben will. Viele Alltagsthemen sind nun mal nicht leicht und schön und auch das gehört zum Bauernleben. Was uns Mut macht, sind treue Kundinnen und Kunden, die aus Überzeugung zu uns kaufen kommen, unser mega-tolles Mitarbeiterteam, das wirklich immer wieder Großartiges leistet und zu sehen, welchen Segen wir in den ersten dreißig Jahren Ackerlei schon erleben durften.

Ein friedliches und frohes Jahr 2026 wünschen wir diesem Planeten,

Rebekka Zell für das Ackerlei-Team

Ein kleiner Dezember-Rückblick: In der Weihnachtszeit hatten wir ein paar schöne Aktionen vom Weihnachtsbaumverkauf mit Glühwein, Waffeln und Würstchen über das Oberissigheimer Adventstürchen (mit Shuttle-Service 😊) bis zum Weihnachtsmarkt auf dem Hofgut Patershausen mit der Ackerlei-Gemüsepfanne. Schee war´s, lecker und teilweise feucht-fröhlich!

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Weihnachtsbaumverkauf
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Adventstürchen
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Adventstürchen Shuttle
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Weihnachtsmarkt Hofgut Patershausen
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Thomas und Theo
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Judit macht Gemüsepfanne