Ackerlei

Mitglied im Anbauverband Bioland

Radieschen gehören ja irgendwie zum Frühlingsfeeling, bringen Pfiff in die Frühlingsküche und etwas Farbkontrast in die Grünvarianten auf dem Teller. Nun denn, gesät werden sie, sobald die Hähne wieder früher krähen und der motivierte Gärtner sich auf's Feld traut und nicht mehr wirklich mit dramatischer Kälte rechnet. Dann erst mal eine Vliesdecke drauf und abwarten.

 

Radieschen auf dem Acker

 

Radieschen in der Hand

 

Radieschen im Korb

 

Das übliche Programm: Sonne, Regen, Keime, Blätter, Sonne, Regen, kleines rosa Kügelchen, Sonne, Regen, zack: Radieschen!

So weit, so gut. Und dann wird's kompliziert. Sind sie zu klein zum Ernten, ist es unmoralisch und für den Erwerbsanbau unrentabel.

Sind sie zu groß, werden sie schnell holzig und schmecken nicht mehr.

Die Zeit dazwischen ist recht kurz. Und je nach Wetterlage noch kürzer.

 

Die Ansichten darüber was zu klein, zu groß, schön, nicht schön, lecker, nicht der Brüller, gut-scharf oder zu-scharf... ist,  liegen weit auseinander.

Nun spaziert der Gärtner des Sonntags übern Acker, entdeckt: ups die Radieschen sind ja schon schön! Bietet sie den Kunden an, die Bestellungen komm rein,... das normale Prozedere. Dann stehen Radieschen auf dem Ernteplan. Ne Mengen Radieschen. Weiß das Wetter aber nicht, denn es hat mittlerweile angefangen zu regnen. Nur die Harten, gehen in den Garten... also Regenmontur und Gummistiefel an und raus auf den Radieschen-Laufsteg. Jetzt stehst oder kniest du da wie der Typ bei der Mondlandung im Dreck, deine Radieschen von der Sonntagstour sind nur drei Tage älter, aber so verlebt wie nach 20 Jahren Streets of Frankfurt und nun darfst du entscheiden, welche der scharfen Kugeln noch den Weg in ein Frühlingsmenü einschlagen darf und welche Regenwurmfutter wird. Zu üppig ume Hüfte, unangebrachte Tattoos , braune Punkte, falsche Haarfarbe, Schneckenfraß, geschossen, außen hübsch-innen holzig, kurz vorm Platzen, …uii wie hübsch!

 

Also, du kniest bei Regen in der Mocke und entscheidest über Leben und Tod im Millisekundentakt, fühlst dich bescheiden und entscheidest immer öfter für das Leben bis auf den Teller. Wenn du das nächste Mal ein Bund Radieschen im Laden in die Hand nimmst, wird etwas passieren: Du bekommst Verständnis dafür, dass vielleicht nicht alle in diesem Bund dem Schönheitsideal der Radieschen-Idealisten entsprechen und denkst dir: Ach, komm mit! Ich nehm´ dich, so wie du bist! Und schon ist unsere Welt ein kleines bisschen besser geworden.

 

So ging mir das letzte  Woche, als ich mal wieder mit auf dem Acker war zum Radieschen ernten. Ich kann nur sagen, dass es echt heilsam ist. Die Ansichten darüber,  welches Gemüse schön genug zum Essen ist und welches nicht, werden wieder in eine gesunde Richtung gerückt, wenn man selbst daran gearbeitet hat, Zeit investiert hat, sich vertraut gemacht hat mit dem Prinzip Saat und Ernte. Und sich bewußt macht, wiewiel Wunder es eigentlich braucht, bis etwas auf dem Teller liegt. Ich kann nur empfehlen, es selbst auszuprobieren. Aber Achtung: Gärtnern macht süchtig!

 

P.S. Wer gerne auch am eigenen Leib Gärtner-Erfahrungen sammeln möchte, hat noch die Chance auf eine Parzelle im Saison-Garten. Sowohl bei uns, als auch bei unserem Azubi Jan Rück in Oberdorfelden, gibt es noch freie Flächen zu pachten. (Mail an saisongarten@ackerlei.de)

 

Unkraut-Stilleben Brennesseln wachsen durch einen Reifen

 

Schnittlauchblüten auf dem Acker

 

Storch im Anflug

 

Saat und Ernte

Ab heute steht Mai auf dem Kalenderblatt und damit steigen erfahrungsgemäß die Chancen auf wärmere Temperaturen. Sicher ist jedoch, dass die Natur auf Wachstum programmiert ist. Nicht nur die Blumen geben sich Mühe, auch jede Menge Unkraut gibt sich die Ehre, überall zwitschert' s vergnügt aus allerlei Nestern, Schaf-Friseur war angesagt, das Gras wächst über alles was nicht aufgeräumt wurde und die Kinder, Regenwürmer und Gründüngungen sind und schon wieder ein paar Zentimeter länger geworden.

 

Blattspinat auf dem Acker

 

Roggen in Seligenstadt

 

Regenwurm XXL

 

Loreley frisch geschoren

 

Löwenzahn wächst durch ein Loch im Vlies

 

Falke auf dem Dach

 

In den vergangenen Wochen war echt günstiges Wetter, so dass wir schon ziemlich viel draußen auf dem Acker machen konnten und es weiter tagtäglich tun. Die ersten Zucchini 's wurden gepflanzt; außerdem alle Kohl-Varianten, viele Salate und Kräuter, Fenchel, Hokkaido und anderes.

 

Zucchini-Pflanzen frisch gepflanzt auf dem Acker

 

Kohlacker in Seligenstadt

 

Traktor mit Beetfräse auf dem Acker mit Storch

 

Jungpflanzen auf dem Acker

 

Beregnungsmaschine in Aktion

 

Bundzwiebeln frisch gepflanzt im Folientunnel

 

Verschiedenste  Kartoffelsorten sind in der Erde versteckt  worden und Saatgut von A-Z. Die ersten Frühkartoffeln  gucken schon nach der Sonne.  Jungpflanzen wurden angezogen, Bewässerungen bemüht, Beikräuter entfernt mittels unterschiedlicher Techniken,…das alles und noch einiges mehr steht auf unserem Plan für den Beginn des Gärtnerjahres.

 

gekeimte Pflanzkartoffeln

 

Pflanzkartoffeln auf dem Acker

 

Frühkartoffeln in Seligenstadt

 

Falls gegen „Feierabend“ die Frage auftaucht, was sonst noch so gemacht wird: Baustellen! Die füllen jede Zeitlücke ohne Probleme und nehmen auch kein Ende. Wobei nun das Gewächshaus bald fertig sein soll und auch der Wegebau in den letzten Zügen liegt… hoffen wir Versorger aus der Ackerlei-Küche ;)

 

Wegebau vor der Gemüsehalle

 

Baustellenromantik

 

Beton einbauen im Gewächshaus

 

Die Erntelisten sind in den vergangenen Tagen glücklicherweise wieder spannender geworden. So gibt es nun leckeren Blatt-und Babyspinat, Rucola, verschiedene Blattsalate und Kräuter, Gurken, Radieschen und die ersten Cocktail-, Dattel,-Roma-und Strauch-Tomaten aus eigener Ernte.

 

Strauchtomaten im Gewächshaus

 

Dattel-Cherrytomate im Gewächshaus

 

Strauchtomaten aug Holzbrettchen

 

Babyspinat auf dem Acker

 

Ruccola im Folientunnel

 

Blattsalat auf dem Acker

 

Leben und Tod

Neues Leben gibt es im Kreissaal der Schafe!

Kommt doch mal gucken bei Gelegenheit. Ich könnte den lieben langen Tag mit dem einen oder anderen Tässchen Kaffee im Grünen sitzen und zugucken. Einfach wunderbar! Aber so manches Mal auch mit Trauer verbunden, denn nicht jedes Lämmchen schafft den Weg ins Leben.

 

Schafe auf der Weide

 

Schafe im Stall

 

Loreley im Stall mit Lämmern

 

Veränderungen

Für uns war es an der Zeit für eine Veränderung! Schön ist es, wenn man etwas abgeben kann und weiß, dass es bestens weitergehen wird. Wir freuen uns sehr, dass wir in Anne Schwarzfischer eine tolle Nachfolgerin für das Offenbacher Märktchen am Goetheplatz geschenkt bekommen haben. Sie wird unseren Stand dort zusammen mit unserer langjährigen Mitarbeiterin Karin Röll und mit unseren Produkten weiterführen. Anne baut aber auch selbst Bio-Gemüse und Schnittblumen auf dem Marienhof in Bruchköbel an, die dann das Sortiment ergänzen werden. Unser Ackerlei-Markt-Dasein fing einst mit der Übernahme eines Marktstandes von Thomas Stöppler vom Marienhof an. Nun können wir einen Stand in diese Familie wieder abgeben. So schließt sich der Kreis. Eine jüngere Generation geht an den Start und wir sind dankbar darum und glücklich darüber. Wir wünschen Anne alles Gute und viel Erfolg mit ihrem Märktchen!

 

Anne auf dem Markt in Offenbach

 

Einen wonnevollen Mai, Lust auf frisches Grün und allen (Saison-) Gärtnern einen guten Start wünscht

 

Rebekka Zell

für das Ackerlei-Team

 

P.S. Das Horthaus  und die Gemeinde Erlensee hatten am 29.04.2022 zu einem Spendenlauf eingeladen. Das Geld ist bestimmt für Familien, die aus der Ukraine geflüchtet uns nun in Erlensee gestrandet sind. Wir haben uns sehr darüber gefreut, treue Kunden bei diesem Lauf unterstützen zu dürfen.

 

Frau Neumann mit Hund Spendenlauf Erlense