Ackerlei

Mitglied im Anbauverband Bioland

... nein, wir sind noch nicht in Weihnachtsstimmung!

 

Was uns in gute Laune versetzt, ist der Anblick von vollen Lagern. So ausgelastet wie diesen Herbst waren sie tatsächlich noch nie, wir mussten sogar Gemüse zu einem Kollegen auslagern, um es dort einzulagern, weil unser Platz nicht reichte.

 

Löwenzahn im Frost

 

Großkisten im Kühlhauslager

 

Wir sind glücklich und dankbar für eine sehr gute Ernte, nach zwei etwas mageren Jahren. Gott sei Dank.

 Feldsalatpflanzen in Anzuchtkisten

 

Acker mit Vliesabdeckung

 

Nun wo alles drin ist, was drin sein soll, widmen wir uns dem Weihnachtsputz. Die Felder werden aufgeräumt - teils gepflügt, gegrubbert oder geeggt, teils wieder eingesät mit Zwischenfrüchten und Gründüngungen, Bewässerungsmaschinen werden in den Winterschlaf geschickt, die eine oder andere kleine Baustelle beendet, letzte Pflanzen in die Folientunnel gesetzt, Vlies-Decken verteilt als Frostschutz... und geredet.

 

Spinat mit Raureif

 

Wirsing mit Raureif

 

Ja es ist viel passiert in den Monaten diesen Jahres und die Entwicklung ging in einigen Bereichen unseres Betriebes so schnell, dass wir manchmal nicht so ganz hinterhergekommen sind. Wir sind daher wirklich froh, dass es nun etwas ruhiger geworden ist da draußen auf dem Acker, so dass wir uns etwas mehr um das kümmern können, was drinnen (im Betrieb) passiert ist und passieren soll. Da sind zur Zeit viele Besprechungen an der Tagesordnung: reden, zuhören, reflektieren, nach Wegen suchen, neu sortieren, weitergehen. Auch nicht immer einfach, aber so ist es halt. Gut, dass wir den Winter haben!

 

Gericht Wintersalate Mix

 

Endivien

 

Feldsalatpflanzen auf dem Acker

 

Wer das Gemüsesortiment im Blick hat, wird festgestellt haben, dass unter anderem die Blattsalate nun  europäisch sprechen und nicht mehr owwerrisgemer Platt. Nix gegen ´nen französischen oder italienischen Akzent in der Küche, doch der, dem die Regionalität am Herzen liegt, der nimmt mal eine Weile mit Feldsalat, Postelein, Chicorée, Radiccio, Endivien und Zuckerhut Vorlieb. Ganz schön bitter, wie? Und das ist gut so! Richtig, wir wollten ja gesund bleiben. Die Bitterstoffe Lactucin und Lactucopikrin haben unter anderem eine beruhigende und anti-entzündliche Wirkung... was Beruhigendes kann zur Zeit ja nicht schaden;) So ein Glühweinchen zum Nachspülen ist vielleicht auch eine Option…

 

Abgedeckte Zuckerrüben am Acker

 

Nielgaense beim Biobauern

 

Auch wenn es bisher nur wage Hoffnungen auf dazu passende Temperaturen gibt und auf einen Winter, wie er früher einmal war. So mit Frost und Schnee und Eis. Sie erinnern sich? Wenn auch Manches nicht mehr zuverlässig ist, auf die Nilgänse ist Verlass. Man hört sie hämisch schnatternd in Herrn Westernhagen´s süße Melodie einstimmen: „… ich bin wieder hier, in meinem Revier, war nie wirklich weg, hab mich nur versteckt!“ Wo sollen sie auch hin? Es gibt ja nur noch bei dem Biobauern was zum Snacken auf dem Acker, selbst die Maislabyrinthe sind verschwunden und die Zuckerrüben kuscheln sich auf großen Haufen am Ackerrand zugedeckt zusammen. (An dieser Stelle einmal Mitleid bitte!)

 

Herbstlicher Sonnenaufgang

 

Skyline Frankfurt im Sonnenuntergang

 

Wem die Felder gerade auch zu braunlastig sind, der sollte seine Spaziergänge auf die Morgenstunden verlagern. Wenn wir schon nicht weg können, dann bekommt man da zumindest zuweilen das Gefühl, in Afrika zu sein. Einfach herrlich! Die Sonnenuntergänge sind aus unserer Sicht aber auch nicht schlecht. Und so mögen wir hier die Frankfurter Skyline eh am liebsten: in der untergehenden Sonne und vor allem: weit weg!

 

Viele unserer Kundinnen und Kunden befinden sich in der corona-geschuldeten Lage, mehr als üblich selbst kochen zu müssen oder zu dürfen. Das führt dazu, dass unsere Hofläden – vor allem am Wochenende – höher frequentiert werden. Das freut uns einerseits, andererseits dürfen aber nur 5 Kunden, bzw. 3 in Seligenstadt, zeitgleich in die Läden, was hier und da zu Warteschlangen vor der Tür führt. Wir können an den Umständen nicht allzu viel ändern, jedoch werden wir die Läden an den Samstagen im Advent zwei Stunden länger öffnen, also von 9-16 Uhr, um an dieser Stelle die Lage zu entzerren. Eventuell könnten Sie auch versuchen, donnerstags oder freitags zu den etwas ruhigeren Zeiten nach Einbruch der Dunkelheit einzukaufen. Leider können wir ansonsten nur um Ihre Geduld und Ihr Verständnis werben.

 

Rebekka Zell

 

für das Ackerlei-Team

 

P.S. Aus der Rubrik „bäuerliche Frühstücksgespräche“ stammen diese Sätze:

 

„Die Schnecke im Sumpf ist der begrenzende Faktor!“

„In der Praxis kackt die Schnecke ab, wenn ein 18 Tonner drüber läuft!“

 

Hat jemand einen Schimmer, um was es sich hierbei handelt?!