Ackerlei

Mitglied im Anbauverband Bioland

Der Herr E. aus O. wird vermutlich nicht arbeitslos, solange meinem Mann die Ideen nicht ausgehen. Nun baggert er uns einen Graben von hinter unserer Gemüsehalle zu dem gerade entstehenden „Sozialgebäude“.

 

baggerloch

 

Baggerloch

 

Wir möchten gerne mit der entstehende Wärme, die wir durch den Kühlhausbetrieb in der Gemüsehalle quasi übrig haben, nicht weiter die Gemarkung heizen, sondern sie sinnvoll für die Beheizung des Gebäudes nutzen. Dazu legen wir eine Fernwärmeleitung und installieren zwei  Wärmetauscher. Soviel zum aktuellen Baggerloch.

 

 

 

Bunte Vielfallt in der Küche

 

hokkaido 2015

 

Ganz und gar nicht löchrig stellt sich die Obst- und Gemüsepalette derzeit dar. Also, wer jetzt nicht weiß, was er essen soll, den kann ich gut verstehen! Man kann sich ja gar nicht entscheiden: Auberginen, Paprika, Gurken, Tomaten, Mais, Broccoli, Kohlrabi, Lauch, Sellerie, Rote Bete… oder lieber Fenchel…. Salat vielleicht? Und als Nachtisch Zwetschgenkuchen, Apfelmus, Birne Helene,… oder doch lieber in der umgekehrten Reihenfolge?

 

fenchelpflanzung

 

Die ganze Ackerlei-Palette finden Sie im Online-Shop.

 

Das Obstsortiment wird auch zusehends einheimischer: Von Siegfried Sabisch, unserem Bioland-Kollegen aus Krifftel im Taunus, werden wir wieder mit leckeren Äpfeln und Birnen versorgt; die Zwetschgen kommen auch von ihm und sind besonders geschmackvoll geraten. Nicht so üppig fallen die Mengen bei weißen Pfirsiche und Mirabellen aus, aber wir bekommen glücklicherweise trotzdem ab und an welche ab. Jetzt ist die beste Jahreszeit, um sich mit regionalen Zutaten täglich neue Geschmackserlebnisse  auf den Teller zu zaubern. Auf geht´s!

 

Obstkorb

 

 

Regentropfen, Segenstropfen

Endlich haben sich vergangene Woche auch über unseren Ackerflächen mal ein paar Regentropfen zum Absprung aufgerafft. Wir sind dankbar für jeden Einzelnen von ihnen – in der Summe waren  es  immerhin gute 20Liter Regen/m². Somit liegen wir bei ca. 150 Liter, die wir seit Februar gratis von oben bekommen haben, was ungefähr ein Drittel der sonst üblichen Durchschnittsmenge ist. Kein oberissigheimer Bauer kann sich erinnern,  so ein trockenes Jahr jemals erlebt zu haben. Totalausfälle hat es vor allem bei den Kulturen gegeben, die regelmäßig und viel Wasser benötigen, wie z.B. Spinat, Radieschen, Salate,… aber auch im Getreide und den Sojabohnen waren die Erntemengen von „mau“ bis „taugt nur zum Abmulchen“ – wirklich nicht der Brüller.

 

Sojabohnen 2015

Auf Sojabohnensuche…

 

Die Zwiebeln haben wir letzte Woche vorzeitig gerodet, da sie schon abgestorben waren und das Unkraut sie zu überwuchern drohte. Es gibt augfrund der Trockenheit leider nicht so viele große Exemplare.

 

Rote Zwiebeln 2015

 

Mehr als gut für unseren Betrieb erweist sich in diesem Jahr die Zusammenarbeit mit dem Birkenhof in Seligenstadt. Die Felder dort sind mittlerweile anerkannte Bioland-Flächen. Ein Großteil unseres Gemüses steht in diesem Jahr dort, um  unsere Fruchtfolge in Oberissigheim zu entzerren und die etwas überlasteten Flächen mit Gründüngungen besät in eine wohl verdiente Ruhephase zu schicken. Nicht nur, dass es in Seligenstadt eine Winzigkeit mehr geregnet hat, wir haben dort auch wesentlich bessere Bewässerungsmöglichkeiten als in Oberissigheim. Für uns ist der Birkenhof mit den Möglichkeiten, die wir mit ihm gewonnen haben, ein großes Geschenk des Himmels, dass uns in diesem extremen Jahr das Überleben gesichert hat.

 

Lauchblüte

Wassermangel treibt schöne Blüten!

 

 

Wir sind dann mal weg…

Wie so oft, hat alles Vor- und Nachteile.

 

Durch die enorme Hitze im Juli und Anfang August sind sämtliche Läuse und Kartoffelkäfer ohne „Tschüss“ zu sagen abgezogen! Die in anderen Jahren oft schon für den frühzeitigen Untergang der Gurken verantwortlichen Spinnmilben sind auch eher träge unterwegs, lassen es sich gut gehen und nehmen ihren Vermehrungsauftrag nicht ganz so ernst. Daher stehen unsere Gurken noch ganz passabel und als Gurkenpflanzen erkennbar da.

 

Auch die Tomaten machen diesen Sommer mal so richtig Spaß. Dort hatten die Pilze nämlich noch keine großen Chancen, sich breit zu machen und die Hummeln haben ganze Arbeit geleistet beim Bestäuben.

 

Tomaten 2015

 

Im Großen und Ganzen können wir also immer noch sehr dankbar sein.

 

Die Spannung steigt dann, wenn es Richtung Herbsternte geht. Wie wohl die Möhren, Pastinaken, Kartoffeln, Hokkaidos  & Co. sich entwickelt haben? Wir werden sehen!

 

Viele können sich das wahrscheinlich gar nicht so gut vorstellen, aber für uns als Gemüse- und Ackerbauern ist es einfach elementar wichtig, dass wir regelmäßig eine gewisse Menge Regenwasser bekommen. Der Regenradar auf dem Smartphone  ist ein ständiger Begleiter, die Auswertungen der Wetterstation werden studiert und das „Wetter-Thema“ ist unter Bauern eben kein Smaltalk, sondern ein Fachgespräch!

 

 

Frischlinge bei Ackerlei

Ferkel

 

Ferkel

 

Ganz frisch sind die lustigen Schweinchen, die kürzlich auf dem Birkenhof eingezogen sind. Alle Farben sind vorhanden von rosa über gefleckt bis braun. Die Stimmung ist gut bei diesem Sauhaufen. Ihr Glück: der Meister-Metzger weilt im Urlaub!

 

Wir wünschen Ihnen einen genussreichen Rest-Sommer und gute Erholung...  und uns jede Woche eine anständige Portion Regen! 

 

Rebekka Zell

 

für das Ackerlei-Team

 

 

P.S. Vor wenigen Tagen im Morgengrauen war er zum ersten Mal in diesem Jahr zu Gast: der Herbst!

 

Kohlsuppe

Dicke Kohlsuppenschwaden über dem Acker

 

Altweibersommer

Feine Altweibersommergespinnste leuchten in der aufgehenden Sonne