Ackerlei

Mitglied im Anbauverband Bioland

Also ehrlich, die Radiomoderatoren, die die Wettervorhersage in den vergangenen Wochen machen mussten, haben mir Leid getan. Da fehlen doch irgendwann die Worte! „Notwendiges Mistwetter“ wäre die passende Bezeichnung für diese aktuelle Wetterlage gewesen, denn ohne Regen wächst es schlecht und auch die Begleiterscheinung „Temperaturabfall“ war dringend notwendig für die Qualität des noch in der Erde steckenden Herbstgemüses. Das hält sich später im Lager deutlich besser, wenn es kalt geerntet werden kann.

 

Gute 50 Liter/m² Regen in den letzten Tagen hatten wir schon lange nicht mehr. Von unserer bäuerlichen Seite aus gesehen, kann es jetzt auch erstmal wieder aufhören zu regnen. Wir hoffen sehr  auf ein paar schöne Tage in nächster Zukunft…

 

Mein Mann wird nämlich so langsam zappelig! Die Kartoffeln sollten dringend aus der Erde, aber bisher ist es einfach noch zu nass. Naja, der Blick aus dem Fenster heute Mittag lässt hoffen.

 

Kartoffeln

 

 

 

 

Vor zwei Tagen hat sich dieses Schwälbchen von unsverabschiedet

… stellvertretend für den ganzen Clan, der offenbar abgereist ist. Damit war zu rechnen,denn es ist mittlerweile Herbst geworden – und doch ist immer etwas Wehmut im Spiel.

 

Schwalbe

 

Pastinaken, Petersilienwurzeln, Suppengemüse, Chinakohl, … auch die Gemüseauswahl verändert ihr Gesicht. Momentan ist sie allerdings noch wirklich üppig ausgestattet mit allem was Sommer und Herbst zu bieten haben. Unser derzeit erntereifer Broccoli-Satz ist erstaunlicherweise gelungen (freu!) und darum sehr zu empfehlen.

 

Die Schlangengurkenernte neigt sich dem Ende entgegen; letzte Veteranen - in zugegeben teilweise sehr kreativen Formen – warten darauf, in Würde gegessen zu werden.

 

Schlangengurken

 

Nutzen Sie also diese einmalige Zeit im Gemüsejahr für eine abwechslungsreichen, kunterbunte, kreative und ebenso geschmackserlebnisvolle Küchenschlacht, bei der Sie in jedem Fall als Sieger hervor gehen: reich beschenkt!

 

 

Immer diese Entscheidungen!

Ich muss zugeben: in meiner Herkunftsfamilie haben wir es nicht so mit den Entscheidungen. Nach dem Motto: „Spontanität muss gut überlegt sein“ können da schon mal ein paar Zeitspannen ins Land gehen und manche Dinge erledigen sich dann auch sozusagen von selbst. Die Frage: „Mama, was gibt’s heute zum Essen?“ kann dann schon mal zur  Überforderung führen, vor allem weil die Auswahl jetzt im September so vielfältig ist.

 

Eine Sache ist aber relativ klar entschieden bei uns: Regional ist 1. Wahl! Uns ist es wichtig zu wissen, wo´s herkommt. Schön ist auch, wenn man die Menschen kennt, die sich um unser Essen gekümmert haben, bis es in unserer Küche angekommen ist. O.K. beim Gemüse ist das bei uns Zells meistens nicht so das Problem, aber Obst, Eier, Brot, Wurst,…. haben wir auch nicht auf dem Acker.

 


Siegfried Sabisch, unser erfahrener Obstanbauer aus Kriftel

… hat viel zu erzählen wenn es um regionales Obst geht!

 

Regionales Obst

 

Zunächst muss einiges beachtet werden, bis es zu der Entscheidung reicht: „Und DICH pflück ich jetzt!“

 

  • Das Obst soll reif sein, aber nicht zu reif. Wenn es zu reif gepflückt wird, besteht die Gefahr, dass es den Weg bis zur Obstschale des erwartungsvollen Gaumenbesitzers nicht gut übersteht: es bekommt durch den Transport leicht Druckstellen, wird weich, braun und zieht einen Schwarm Obstfliegen hinter sich her - den keiner will.
  • Es gibt verschiedene Reifebedingungen zu beachten: Ein Pfirsichbaum beispielsweise wird bei Sabischs ca. vier mal durchgeflückt. Manche Früchte hängen in der Sonne, andere im Schatten, jede Frucht hat so andere Reifebedingungen. Es werden jeweils die geeigneten Pfirsiche gepflückt – in mühsamer Handarbeit.  

 

Pfirsiche und Nektarinen

 

  • Wird bei heißer Witterung geerntet, wie im August, reift das Obst schneller nach, wie wenn es im September geerntet wird, wenn es insgesamt kühler ist.

 

So liegt es in Sabischs Ermessen, wann welche Frucht gepflückt werden kann. Nach vielen Jahren als Obstbauer kann er sich in etwa vorstellen, wie das Obst einige Tage später aussieht. Er zieht es vor, nicht ganz ausgereifte Früchte zu ernten, denn dann sind sie noch transportfähig und Sie als Kunde können sie nach Wunsch fertig reifen lassen. Jeder mag es ja anders! Die Größe der Früchte hängt sehr von der jeweiligen Witterung im Frühjahr ab und seine lokalen Sorten sind - davon abgesehen - einfach sortenbedingt klein! Dafür können sie in unserem Klima wachsen. Biobauern arbeiten mit der Natur - und die lässt sich nicht gerne in Formen pressen. So müssen unter Umständen jährlich die Erfahrungen wieder erweitert und angepasst werden.

 

Auch ein Obstbauer lernt nie aus. Warum sollte es ihm besser gehen, als uns Gemüsebauern?!

 

Demnächst schauen wir uns den Bioland Magerhof in Karben mal wieder genauer an. Dort hat sich auch viel getan in den letzten Jahren. Wir werden dann berichten vom Leben der Hühner und Schweine, die uns seid vielen Jahren mit Eiern, Wurst und Fleisch versorgen.

 

 

Qual der Wahl

Nun, auch die schwere Entscheidung in politischer Hinsicht in Form von der Bundestagswahl steht uns allen bevor.

 

Das Jahr 2013 ist politisch ein entscheidendes Jahr für den Biolandbau. Die EU-Mitgliedstaaten, EU-Kommission und EU-Parlament legen die Rahmenbedingungen für die nächsten sieben Jahre Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) fest. „Die Wahlprogramme aus Sicht des Biolandbaus“, herausgegeben vom Bioland-Verband, ist daher vielleicht auch für Sie eine Entscheidungshilfe: Auswertung Bundestagswahl

 

Herbststimmung

 

„Wir können unsere Welt nicht umkrempeln, aber wir können sie dort verändern, wo es unsere Einflussmöglichkeiten gestatten:

WIR auf dem Acker,

SIE auf dem Markt!“

 

Dieser unser „Wahlspruch“ passt nicht nur zum Wahlsonntag sondern auch zu unserer diesjährigen Erntedank- und Schnupperkisten-Aktion.


 
Zum Erntedankfest haben wir eine Schnupperaktion gestartet, bei der wir es wagen, Sie zu fragen, ob sie uns unterstützen! Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Einflussmöglichkeiten nutzen, und diese Aktion in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis oder Ihrer Nachbarschaft bekannt machen.

 

Schnupperkiste

 

Der Link zur Schnupperkiste: Schnupperkiste online bestellen

 

Ein herzliches DANKESCHÖN!

 

und herbstliche Grüße aus Oberissigheim

 

Rebekka Zell

für das Ackerlei-Team